Tickern nach 30 PS Motorüberholung
Verfasst: Di 25. Jul 2017, 09:12
Hallo zusammen,
ich habe die letzten Wochen meinen 30 PS Motor überholt. Dies hatte ich an einem anderen meiner Käfer schon mal in den 90ern mit dessen 30 PS Motor gemacht und alles läuft bis heute bestens.
Demnach war es diesmal auch eine, mir vertraute Angelegenheit.
Nachdem ich die Köpfe demontiert hatte, lag der Kompressionsverlust am 3ten Zylinder sichtbar an dessen eingelaufenem Ventilsitzring.
Da der Motor einen wunderbaren Öldruck hatte und nach Demontage der Kolben und Zylinder das messbare Axialspiel der Pleul auf der Kurbelwelle überall unter 0,15 lag, die Buchsen der Pleuel nicht ausgeschlagen waren und zudem alle Laufflächen der Nockenwelle bestens aussahen und die Kurbelwelle an sich kein spürbares Axialspiel hatte .... entschloss ich mich, den Rumpf so zu belassen und nicht auseinander zu nehmen.
Sodann habe ich den Motor mit Ausnahme des Rumpfs wie folgt überholt:
- Neue Kolben und Zylinder von Ahnendrop – sind von Mahle, aber in Brasilien hergestellt. Verarbeitung sah aber sehr gut aus und alles passte bestens und haargenau.
- Brandneue 30 PS Köpfe, orig VW aus Altbestand
- Neue Einlass- und Auslassventile von IVAM
- Ventilfedern, Teller und Keile sahen gut aus, wurden gereinigt und übernommen
- Kipphebel und -Wellen gereinigt und übernommen. Buchsen der Kipphebel waren i.O., also kein Spiel.
- Neue Stößelschutzrohre – die Stößel selber sahen noch gut aus und wurden übernommen
- Komplett neue Dichtungen
- Ventile penibel eingeschliffen und den Test auf Dichtigkeit, mit Einfließen lassen von Bremsenreiniger in die Kanäle, gemacht
- Kolben und Zylinder ebenfalls penibelst vorbereitet, also rot/grüne Marken der Ölabstreif-Spannringe nebeneinander und nicht übereinander.
- Alles genau nach Markierungen und Kolben mit Pfeilmarkierung in Richtung Schwungrad verbaut. Kolbenbolzensicherungsringe ebenso akkurat mit Zange in die Fugen der Kolbenbolzenschäfte einrasten lassen
- Anzugsdrehmomente der Zylinderköpfe beachtet (10 Nm erstes Anziehen und dann mit 35 Nm festziehen, beides nach Vorgabeschema über Kreuz
- Alle Stößelstangen genau wieder in der Folge/Position eingesetzt, wie sie vorher waren
- Beim Einbau der Kipphebel habe ich drauf geachtet, dass alle Anschläge leicht versetzt auf das jeweilige Ventilende kommen, also ca. 1,5mm dezentriert, damit die Ventile sich drehen. Dies habe ich durch spezielle 0,25mm und 0,5 mm Passscheiben mit 16mm Durchmesser erreicht. Die äusseren Kipphebel haben nach Einbau der Welle dadurch auch kaum Axialspiel.
Der erste Lauf des Motors war gut. Direkt angesprungen und ich habe ihn die ersten 10 Min bei ca. 1000 Upm ein wenig warmlaufen lassen.
Das Einzige, was mir auffiel, war dass auf der rechten Seite ein hörbares Tickern bzw. leichtes Klackern in Höhe des Zylinderkopfes zu hören ist.
Ich habe den Motor ausgemacht und sodann nach Abkühlen das Ventilspiel kontrolliert, aber ... alles ok mit 0,1 mm. Habe die Kipphebelwelle kontrolliert und den Sitz der Kipphebel und Stößelstangen ... alles fest und ok.
Beim Fahren (1000-2000 Upm) hört sich dieses Tickern aber nicht sonderlich metallisch hart an, sondern eher wie ein hartes schnattern und ... wenn ich was vom Gas gehe oder auch beim Schiebebetrieb ist es kaum mehr hörbar, erst wieder, wenn ich Gas gebe. Und eben beim Leerlauf.
Hier habe ich zwei Videos hochgeladen:
Einmal jenes, wo das Tickern auf der rechte Seite zu hören ist:
-------> https://vimeo.com/226864257
Und einmal als Vergleich die linke Seite wo sich alles i.O. anhört:
-------> https://vimeo.com/226864495
Die Frequenz dieses Geräuschs mit ca. 7 Ticks pro Sekunde lässt meiner Meinung nach auf den Ventiltrieb schließen?!
Oder kann es sein, dass da was mit den Kolben oder Pleuls nicht stimmt? Aber das müsste doch dann ein ganz anderes Geräusch von sich geben.
Freue mich sehr über Eure Meinung.
Andrej
ich habe die letzten Wochen meinen 30 PS Motor überholt. Dies hatte ich an einem anderen meiner Käfer schon mal in den 90ern mit dessen 30 PS Motor gemacht und alles läuft bis heute bestens.
Demnach war es diesmal auch eine, mir vertraute Angelegenheit.
Nachdem ich die Köpfe demontiert hatte, lag der Kompressionsverlust am 3ten Zylinder sichtbar an dessen eingelaufenem Ventilsitzring.
Da der Motor einen wunderbaren Öldruck hatte und nach Demontage der Kolben und Zylinder das messbare Axialspiel der Pleul auf der Kurbelwelle überall unter 0,15 lag, die Buchsen der Pleuel nicht ausgeschlagen waren und zudem alle Laufflächen der Nockenwelle bestens aussahen und die Kurbelwelle an sich kein spürbares Axialspiel hatte .... entschloss ich mich, den Rumpf so zu belassen und nicht auseinander zu nehmen.
Sodann habe ich den Motor mit Ausnahme des Rumpfs wie folgt überholt:
- Neue Kolben und Zylinder von Ahnendrop – sind von Mahle, aber in Brasilien hergestellt. Verarbeitung sah aber sehr gut aus und alles passte bestens und haargenau.
- Brandneue 30 PS Köpfe, orig VW aus Altbestand
- Neue Einlass- und Auslassventile von IVAM
- Ventilfedern, Teller und Keile sahen gut aus, wurden gereinigt und übernommen
- Kipphebel und -Wellen gereinigt und übernommen. Buchsen der Kipphebel waren i.O., also kein Spiel.
- Neue Stößelschutzrohre – die Stößel selber sahen noch gut aus und wurden übernommen
- Komplett neue Dichtungen
- Ventile penibel eingeschliffen und den Test auf Dichtigkeit, mit Einfließen lassen von Bremsenreiniger in die Kanäle, gemacht
- Kolben und Zylinder ebenfalls penibelst vorbereitet, also rot/grüne Marken der Ölabstreif-Spannringe nebeneinander und nicht übereinander.
- Alles genau nach Markierungen und Kolben mit Pfeilmarkierung in Richtung Schwungrad verbaut. Kolbenbolzensicherungsringe ebenso akkurat mit Zange in die Fugen der Kolbenbolzenschäfte einrasten lassen
- Anzugsdrehmomente der Zylinderköpfe beachtet (10 Nm erstes Anziehen und dann mit 35 Nm festziehen, beides nach Vorgabeschema über Kreuz
- Alle Stößelstangen genau wieder in der Folge/Position eingesetzt, wie sie vorher waren
- Beim Einbau der Kipphebel habe ich drauf geachtet, dass alle Anschläge leicht versetzt auf das jeweilige Ventilende kommen, also ca. 1,5mm dezentriert, damit die Ventile sich drehen. Dies habe ich durch spezielle 0,25mm und 0,5 mm Passscheiben mit 16mm Durchmesser erreicht. Die äusseren Kipphebel haben nach Einbau der Welle dadurch auch kaum Axialspiel.
Der erste Lauf des Motors war gut. Direkt angesprungen und ich habe ihn die ersten 10 Min bei ca. 1000 Upm ein wenig warmlaufen lassen.
Das Einzige, was mir auffiel, war dass auf der rechten Seite ein hörbares Tickern bzw. leichtes Klackern in Höhe des Zylinderkopfes zu hören ist.
Ich habe den Motor ausgemacht und sodann nach Abkühlen das Ventilspiel kontrolliert, aber ... alles ok mit 0,1 mm. Habe die Kipphebelwelle kontrolliert und den Sitz der Kipphebel und Stößelstangen ... alles fest und ok.
Beim Fahren (1000-2000 Upm) hört sich dieses Tickern aber nicht sonderlich metallisch hart an, sondern eher wie ein hartes schnattern und ... wenn ich was vom Gas gehe oder auch beim Schiebebetrieb ist es kaum mehr hörbar, erst wieder, wenn ich Gas gebe. Und eben beim Leerlauf.
Hier habe ich zwei Videos hochgeladen:
Einmal jenes, wo das Tickern auf der rechte Seite zu hören ist:
-------> https://vimeo.com/226864257
Und einmal als Vergleich die linke Seite wo sich alles i.O. anhört:
-------> https://vimeo.com/226864495
Die Frequenz dieses Geräuschs mit ca. 7 Ticks pro Sekunde lässt meiner Meinung nach auf den Ventiltrieb schließen?!
Oder kann es sein, dass da was mit den Kolben oder Pleuls nicht stimmt? Aber das müsste doch dann ein ganz anderes Geräusch von sich geben.
Freue mich sehr über Eure Meinung.
Andrej