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Drehzahlfrage

Verfasst: Fr 25. Dez 2015, 11:41
von crazy-habanero
moin und frohes fest,

hab da mal eine verständnisfrage.

man liest ja bei nockenwellen immer: funktioniert bis 5500 u/min oder höher, etc.

aber woran hängt letztendlich die drehzahl ab?

warum dreht ein serienmotor nur 4500? andere 6000?
am hubraum kanns ja nicht liegen, die ganzen mopeds drehen ja auch weit höher (erinnere mich an meine alte cbr die bei 10000 noch mal richtig abging)

danke schon mal

Lothar

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Fr 25. Dez 2015, 12:10
von B. Scheuert
Ich frage mich auch immer woher verschiedene Firmen diese Angaben nehmen :confusion-scratchheadyellow:
Grundsätzlich ist es so, dass mit zunehmender Drehzahl die Zeit für das Ansaugen und Ausstoßen immer kürzer wird. Das wird mit immer längeren Öffnungswinkeln an der Nockenwelle ausgeglichen, heißt aber immer Umkehrschluß, dass diese verlängerten Öffnungszeiten in den unteren Drehzahlen nicht mehr richtig passen. Es wird Frischgas wieder in den Ansaugtrakt geschoben, weil das Einlaßventil noch offen ist. Beim Auslaß das Gleiche, eben passend zum Auslaß.
Das erklärt auch, warum große Öffnungswinkel auch getrennte Ansaugrohre brauchen, wenn noch ein brauchbarer Leerlauf und Übergang vorhanden sein soll. Die Öffnungswinkel müssen auf die Gasgeschwindigkeiten, das Ansaug und Auspuffsystem abgestimmt werden. Da liegt dann die Feinarbeit und die Kunst verborgen. Es gibt Nockenwellen, bei denen die Spreizung mit zunehmenden Öffnungswinkeln geringer wird. Die "Standardspreizung" von 108°, oder 106° werden dann auf 100°, oder sogar 98° gesetzt, damit z. B. der Einlaßschluß etwas besser passt. Die Nocken werden inneinander geschoben. Das führt aber zu sehr weit geöffneten Ventilen im Überschneidungsbereich und produziert wieder andere Schwierigkeiten, z. B. bei V-Förmig gegenüberliegenden Ventilen.
Grundsätzlich ist es schwierig Nockenwellen zu vergleichen und zu empfehlen, weil einfach sehr viel mit reinspielt. Grob läßt sich auch sagen, das Nockenwellen über 300° im Leerlauf unsauber werden und vom Abgas her sehr viel unverbrannte Bestandteile produzieren. Da spielt aber wieder die Gemischbildung eine starke Rolle. Eine Einspritzanlage hat damit weniger Probleme als eine Vergaseranlage.
Komplett außen vor sind zum Beispiel die Nockenformen, die (natürlich) nicht veröffentlicht werden und den meisten auch nicht helfen würden. Mir fehlt persönlich die Angabe der Ventilöffnung im OT, das steht nur in wenigen Datenblättern und die Öffnungswinkel bei einem Ventilspiel X interessiert mich auch nur, solange alle Hersteller das gleiche Mass verwenden.Der Ventilhub ist mir auch egal, weil er vom Hebel abhängig ist. Ich hätte gerne nur den Nockenhub. Wenn der Hersteller eine Welle für einen bestimmten Hebel produziert, ist diese Angabe natürlich wichtig, weil er die Nockenforn angepasst hat.
Alles in allem ein schwieriges Thema und von sehr, sehr vielen Faktoren abhängig! Daher halte ich mich mit Empfehlungen und Tipps in dieser Richtung sehr bedeckt.

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Fr 25. Dez 2015, 16:46
von Baumschubsa
Kommt auch immer auf die Messweise an. Ob die Nockenwelle jetzt 300º hat.

Wie hoch ein Motor mit einer bestimmten Nickenwelle dreht hängt erst mal vom Hubraum ab. Dreht ein Motor mit 1,6l bis 6000, macht ein 2,3l mit der selben Nockenwelle das nicht. Selbst wenn Vergaser, Zylinderköpfe und Auspuff passen....

Es hängt von zu vielen Faktoren ab.

Man kann mit Gradzahl/Hub/Spreizung eine grobe Abschätzung geben wie sich eine Nockenwelle in einem bestimmten Motor verhält. Aber sie wird sich nie in allen Motoren gleich verhalten....

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Fr 25. Dez 2015, 21:37
von Jürgen N.
Das ist alles relativ und meistens bezogen auf übliche Motorkonzepte.

Eine W100 macht im unbearbeiteten Serienmotor 4.500 min, in einem sehr gut bearbeitetem 1.776 ccm mit 2 Doppelvergasern durchaus knapp 6.000 min.

Ist inhaltlich durchaus ein anspruchsvolles Thema.
Am meisten Sinn macht es sicherlich aus Erfahrungen zu profitieren.
Selbst in Verbindung mit Ladungswechselberechnungen muss regelmässig ein Abgleich mit realen Prüfstandsergebnissen gefahren werden, da man alle Parameter ( z.B. Reibwerte ) nicht zusammenbekommt.
Da haben sich eben viele Konzepte bewährt und manchmal sind es Kleinigkeiten, die ein spürbare Veränderung herbeiführen.
Vor allem bei höheren Drehzahlen ( mit einer Drosselklappe je Zylinder ) schiesst man leicht über das Ziel hinaus und eine schärfere Welle bringt vermeintlich mehr Spitzenleistung, aber die Kurve über das Drehzahlband hat fast vollständig weniger Leistung.
Hier habe ich schon 30% Leistungsdifferenz ( zugunsten der zahmeren Welle ) bei einem Drehzahlpunkt erlebt, wo dann in der Spitzenleistung gerade mal 2 PS mehr ( für die schärfere ) rausgesprungen sind.

Also sich an bewährten Konzepten zu orientieren macht Sinn. Neue Wege können Überraschungen mit sich bringen. :confusion-scratchheadyellow:

Gruss Jürgen

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 00:13
von Ovaltom
crazy-habanero hat geschrieben:moin und frohes fest,
hab da mal eine verständnisfrage.
warum dreht ein serienmotor nur 4500? andere 6000?
am hubraum kanns ja nicht liegen, die ganzen mopeds drehen ja auch weit höher (erinnere mich an meine alte cbr die bei 10000 noch mal richtig abging)
Lothar
moin und ebenso frohes Fest Loddar,

Dein Ernst?

Die Frage stellst Du nach 1700 Post´s hier :handgestures-thumbupright:

Bist Du ein Troll? :mrgreen:

schöne Feiertage wünscht Tom ;)

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 00:32
von crazy-habanero
Ovaltom hat geschrieben:
crazy-habanero hat geschrieben:moin und frohes fest,
hab da mal eine verständnisfrage.
warum dreht ein serienmotor nur 4500? andere 6000?
am hubraum kanns ja nicht liegen, die ganzen mopeds drehen ja auch weit höher (erinnere mich an meine alte cbr die bei 10000 noch mal richtig abging)
Lothar
moin und ebenso frohes Fest Loddar,

Dein Ernst?

Die Frage stellst Du nach 1700 Post´s hier :handgestures-thumbupright:

Bist Du ein Troll? :mrgreen:

schöne Feiertage wünscht Tom ;)
hi du troll,

mal im ernst tom,

dann erklär du es doch mal!!!

mein motorkonzept steht und wurde so auch von einem renomierten motorbauer bestätigt, das ist eine andere sache.

meine frage ist rein interessenhalber, da ich kein maschinenbau oder änliches studiert habe, und das "normale" hausfrauen-wissen habe wie wohl 99,9% der leute hier...

eine brauchbare info aus deinem post konnte ich jedenfalls nicht herauslesen, was mich annehmen lässt, dass du dann wohl auch nicht zu den 0,1% gehörst.

nix für ungut lothar

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 05:44
von Poloeins
Jürgen N. hat geschrieben:Das ist alles relativ und meistens bezogen auf übliche Motorkonzepte.


Ist inhaltlich durchaus ein anspruchsvolles Thema.
Am meisten Sinn macht es sicherlich aus Erfahrungen zu profitieren.
Selbst in Verbindung mit Ladungswechselberechnungen muss regelmässig ein Abgleich mit realen Prüfstandsergebnissen gefahren werden, da man alle Parameter ( z.B. Reibwerte ) nicht zusammenbekommt.
Da haben sich eben viele Konzepte bewährt und manchmal sind es Kleinigkeiten, die ein spürbare Veränderung herbeiführen.
Vor allem bei höheren Drehzahlen ( mit einer Drosselklappe je Zylinder ) schiesst man leicht über das Ziel hinaus und eine schärfere Welle bringt vermeintlich mehr Spitzenleistung, aber die Kurve über das Drehzahlband hat fast vollständig weniger Leistung.
Hier habe ich schon 30% Leistungsdifferenz ( zugunsten der zahmeren Welle ) bei einem Drehzahlpunkt erlebt, wo dann in der Spitzenleistung gerade mal 2 PS mehr ( für die schärfere ) rausgesprungen sind.

Also sich an bewährten Konzepten zu orientieren macht Sinn. Neue Wege können Überraschungen mit sich bringen. :confusion-scratchheadyellow:

Gruss Jürgen
:text-goodpost:

:text-bravo:

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 09:14
von triker66
crazy-habanero hat geschrieben:moin und frohes fest,

hab da mal eine verständnisfrage.

man liest ja bei nockenwellen immer: funktioniert bis 5500 u/min oder höher, etc.

aber woran hängt letztendlich die drehzahl ab?

warum dreht ein serienmotor nur 4500? andere 6000?
am hubraum kanns ja nicht liegen, die ganzen mopeds drehen ja auch weit höher (erinnere mich an meine alte cbr die bei 10000 noch mal richtig abging)

danke schon mal

Lothar

Guten Morgen Lothar und frohes Fest! Manchmal ist weniger mehr. Nur ein kleines Beispiel: Ich hatte an meinem 1776ccm einen Motorschaden (Kurbelwellenbruch) Jetzt war die Not groß ich wollte fahren. In meiner Gargenecke stand noch ein alter 1300 ccm AB Motor. Dort kam aus meinem Lager ein neuer Satz Mahle-Kolben und Zylinder 1680 ccm
drauf und ein Satz neue Zylinderköpfe E35,5 A32 wurde montiert. Kanäle geglättet und die Verdichtung war 9:1. Es wurden noch 1,25 Kippers und 40 Weber Doppelvergaser montiert. In dem AB Block steckt immer noch die Seriennockenwelle! Dieser Motor hat richtig Spaß gemacht und drehte auch bis 6000 upm, die Leistung lag früher an.
Und deswegen der Spruch, manchmal ist weniger mehr!
Frohes Fest noch Holger

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 16:06
von B. Scheuert
Wenn man nicht immer den ganzen Block zerlegen müsste, ließe sich da eine Menge ausprobieren, in verhältnismässig kurzer Zeit :roll: Das würde echt mal etwas bringen!

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 17:39
von yoko
B. Scheuert hat geschrieben:Wenn man nicht immer den ganzen Block zerlegen müsste, ließe sich da eine Menge ausprobieren, in verhältnismässig kurzer Zeit :roll: Das würde echt mal etwas bringen!
Gibt ja alles, aber Weihnachten ist leider schon vorbei, daher jetzt gleich fürs nächste Jahr Brief ans Christkind... :lol:

http://vwpwr.com/crazy-overkill-maybe/
http://www.dragzine.com/news/record-set ... ll-billet/

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 18:56
von B. Scheuert
Bei den Zahlen, muss ich aber mehrere Jahre gaaaaaanz lieb sein :lol: Ich dachte da eher an den VW EA 827! Mit etwas Übung max. 1 Stunde und fertig :up:

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 21:11
von youngtimerfan
Beim pauter case kannst die auch von unten wechseln, das ist sogar relativ günstig . Damals u.a. von csp vertrieben

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 21:17
von orlando-magic
Was der lothar meinte ist eher, wie hängt anderer hub, gradzahlen, überschneidungen etc zusammen, bzw in welche richtung ändert sich was wenn ich einen der nockenwellenparameter ändere. Um einfach mehr fachwissen zu erlangen.
Nicht einfach nur stumpf, mehr gradzahl = mehr drehzahl
Die angaben der teiledealer kann er sicher lesen und auch verstehen.
Hab ich das so richtig geschrieben lothar
Frohe weihnachten ihr trolls und nicht trolls ;)

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 21:39
von yoko
Frohe weihnachten ihr trolls und nicht trolls ;)
Willkommen im "Club der Trolls", der "Orlando-Troll" hat anscheinend Weihnachten verschlafen.....wir haben heute den 26.12.!! .. :lol: :lol:

Zur FRAGE: Denke, auch die meisten hier würden gern etwas gescheiter werden, aber wennst den "Nowak" liest (der sich ja bemüht hat :handgestures-thumbupright: ), verstehst, daß es bei dem Thema keine einfache Erklärung/Formel gibt....

Re: Drehzahlfrage

Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 21:50
von orlando-magic
Ist mir schon klar, troll kollege, denke mit dem thema kannste bücher füllen.
Ich hab mal als kind gelernt das am 26.12 auch noch weihnachten ist,
Habs nicht vorher ins forum geschafft musste die ganze zeit schraubenUnd teile zählen