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Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Di 20. Sep 2016, 06:41
von Landy74
Saubere Arbeit

Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Di 20. Sep 2016, 07:18
von Speedy63
Was steht denn da im Hintergrund?
Ein 1600 Super?
Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Di 20. Sep 2016, 08:25
von JR58
Darf man die Zylinderstehbolzen verzinken/chromatieren???
Ich habe das so beigebracht bekommen das man das nicht machen sollte.
Einem Freund ist die Schraube vom Umlenkhebel während der Restauration im Stand abgerissen und weil es sich keiner erklären konnte beim Galvaniseur nachgefragt... der hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen als er gehört hat das er Fahrwerksteile in seinen Bädern hatte.
Ist auch nur eine Frage jetzt hier und keien Vorwurf, bin beim Thema Materialkunde nicht so tief drin, aber vielleicht meldet sich nochmal jemand der sich auskennt...
Gruß Marco
Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Di 20. Sep 2016, 10:19
von B. Scheuert
Aber die Optik ist unschlagbar

Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Di 20. Sep 2016, 13:04
von C.Schott
Hey Marco
Galvanisch Verzinken ist eine Oberflächenbehandlung auf elektrochemischer Basis ohne Einwirkung von Hitze:.
Hingegen Feuer verzinken nimmt vergütetem Stahl die Qualität:
Grüße Christian
Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Di 20. Sep 2016, 13:53
von boxertechnik
C.Schott hat geschrieben:Hey Marco
Galvanisch Verzinken ist eine Oberflächenbehandlung auf elektrochemischer Basis ohne Einwirkung von Hitze:.
Hingegen Feuer verzinken nimmt vergütetem Stahl die Qualität:
Grüße Christian
Hallo zusammen,
ja, so ist das heute, beim galvanisch verzinken besteht die Gefahr, der Wasserstoffversprötung!!! Deswegen werden zb Fahrwerksteile, Ventilfedern, Ventilfederteller, hochfeste Schrauben und und und ..... nicht galvanisch verzinkt! Natürlich wird jetzt der eine oder andere sagen, es gibt doch Schrauben mit einer Festigkeitsklasse von 10.9 oder 12.9 die verzinkt sind, ja, stimmt aber hier muss der Schraubenhersteller einen Tempervorgang nach dem verzinken anschließen, auch darf hier die Schichtdicke nicht zu dick sein!
Muss immer schmuzneln, wenn hier irgendjemand seine schönen Teile zeigt, die hoch belastet werden und diese sind galvanisch verzinkt........
also, zb Zylinderkopfstehbolzen, Kipphebel, Ventilfederteller, hochfeste Schrauben, Achsschenkel, Radnaben und und und .........weder gavanisch verzinken oder verchromen!!!! Jeder gute TÜV Prüfer schlägt hier die Hände übern Kopf. zusammen....
Feuerverzinken ist ganz was anderes, da ist das Zinkbad um die 500°C heiss, da werden viele Eigenschaften von den Materialien geändert.....aber eine Bodenplatte würde ich immer Feuerverzinken! Man muss nur aufpassen, dass sich die Teile nicht zu stark verziehen......
Nichts desto trotz, viel Spaß beim weiteren schrauben, und vielleicht macht sich ja jetzt der eine oder andere ein paar Gedanken, mehr bevor er seine Teile zum "beschichten" gibt!
Gruß Matthias
Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Do 22. Sep 2016, 06:37
von Metal Mike
wichtiger und guter Beitrag!
Mit sind vor Jahren die schönen Federteller beim neuen Typ4 Motor durchgegangen, weil "aufbereitet" durch gelbchromatisieren. Motor raus und Köpfe neu.....
Fahrwerksschrauben und an der Lenkung immer neu! Nicht wiederverwenden, viele Schrauben bekommt man aber nicht mehr so einfach zu kaufen.
Grüße
Mike
Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Do 22. Sep 2016, 08:10
von yoko

Guter Beitrag!
Hat mich interessiert, weil ich auch teilweise galvanisch verzinken lasse (meist "blau" verinken) , daher heute mit meinem Galvaniseurmeister telefoniert. Er meinte zum Thema Oberflächenversprödung, daß es vor ca. 30 Jahren damit echte Probleme gab, weil mit Schwefelsäure entfettet wurde, dabei kams zu Spannungsrissen. Er verwendet daher zum Entfetten stark verdünnte Salzsäure, damit sieht er bezüglich Oberflächenversprödung kein Problem mehr.
Fazit: Kann man glauben oder nicht
Anderseits was passiert z.B. schwarze hochfeste Fahrwerkschrauben/Zylinderstehbolzen zum Rosten beginnen? Wird dadurch die Festigkeit nicht auch beeinflußt?
PS: So wie ich das untenstehend auf Wikipedia lese, scheint so, das bei der Kathodischen Entfettung die größte Gefahr durch Wasserstoffversprödung entsteht, am besten selbst sich ein Bild davon machen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Vorbehand ... anotechnik
https://de.wikipedia.org/wiki/Wassersto ... %C3%B6dung
Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Do 22. Sep 2016, 09:43
von C.Schott
Hallo Zusammen
Ich mach das jetzt schon fast 30 Jahre und mir ist zum Glück bis jetzt nichts abgerissen oder gebrochen.
Mein Galvaniseurmeister sagte mir das da nix passieren würde aber .... naja da scheinen die Meinungen auseinander zu gehen.
Ich werde es weiter testen und auch über Niederlagen ehrlich berichten
Grüße Christian
Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Do 22. Sep 2016, 12:32
von JR58
Ich glaube wir bewegen uns hier in einem Bereich wo es theoretisch falsch ist, praktisch aber funktioniert

Bei Fahwerksteilen und Sachen die Lebenswichtig sind sollte man vielleicht drauf verzichten, bei optischen liegt es im ermessen des Besitzers.
Der Lenkbolzen z.B. ist ein erster Handbericht gewesen.
Aber sieht sauber aus was du machst!
Gruß Marco
Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Fr 23. Sep 2016, 07:55
von orra
Hallo zusammen,
Hier macht man sich Gedanken auf hohem theoretischen Niveau, in wie weit eine galvanische Verzinkung das hochwertige Material schwächen könnte.
Stahl ist kein Schwamm. Eine Versprödung durch welche Art von Säuren auch immer, tritt bei fachgerechter Handhabung nur an der Oberfläche im Bereich von mehreren 1000tel bis wenigen 100tel mm wenn überhaupt auf. Rost und Rostnarben sind manchmal viele 10tel mm bis hin zu ganzen mm tief.
Wenn man sich über solche Sachen wie Oberflächenversprödung den Kopf zerbricht, dann sollte man solche Bauteile auch lieber mit Samthandschuhen anfassen, damit man keine Oberflächenkratzer bekommt, die dann zu Sollbruchstellen werden könnten.
Die Realität sieht doch etwas anders aus, oder?
Da werden alte vergammelte Stehbolzen mit der Zange heraus gedreht. Wer meint jetzt ernsthaft, dass eine Verzinkung da noch mehr Schaden anrichtet?
Ich sehe bei Motorteilen da ein anderes Problem. Vielfach werden Bauteile aus dem Motorinneren einfach in die „Zinke“ gegeben, ohne fachgerecht gereinigt zu werden. Nicht selten ist die Verzinkung dann nicht dauerhaft haltbar und blättert ab. Es gelangen somit feine Verunreinigungen in den Ölkreislauf, dem das Teesieb wenig entgegen zu setzen hat.
Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Fr 23. Sep 2016, 13:23
von Jürgen N.
Die Wasserstoffversprödung sollte man ernst nehmen.
Eine Versprödung kann z.B. beim Beizen ( vor dem Verzinken ) auftreten.
Auch auf welche Art und Weise verzinkt wird hat Einfluss auf die Versprödung.
Direkt nach dem Galvanikbad in den Ofen bei richtiger Temp. mit entsprechender Dauer hilft der Versprödung vorzubeugen.
Wenn die Teile penibel glasperlengestrahlt werden, muss nicht gebeizt werden.
Aber z.B. Ventilfedern und Dehnschrauben würde ich niemals verzinken.
Fahrwerksschrauben in 10.9 oder 12.9 mit entsprechenden Massnahmen verzinke ich.
Gruss Jürgen
Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Fr 23. Sep 2016, 13:50
von JR58
Ich meine auch das es eher ein Thema für hochfeste Schrauben ist! 8.8 ist wohl grenzwertig ab dort aufwärts ist es theoretisch "falsch"
Re: Mein Buggymotor
Verfasst: Fr 23. Sep 2016, 16:54
von Udo
Zylinderbolzen sollte man eh immer neu nehmen und wenn man sie verzinkt reißen sie . Teile im Motor machen keinen Sinn zu verzinken . Warum sind die stösselrohre falsch rum montiert ?