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Re: Auspufftests

Verfasst: Mi 23. Nov 2016, 19:46
von Uwe
Ahnendorp_BAS hat geschrieben: Zu dem Zitat bezüglich TÜV und ABE:
Dieser gilt vor allem auch für die Auspuffanlagen, die wir nicht selbst produzieren, also Dansk & Co.
Dies hat wiederum nichts mit den Nachweisen aus den 70er Jahren für das H-Kennzeichen zu schaffen.
Gutachten, ABE und H-Kennzeichen sind völlig verschiedene Geschichten.
Unsere Auspuffanlagen können wie eh und je per Einzelabnahme EINGETRAGEN werden, wenn die Kombination stimmt!
Natürlich konnte man schon eh und je die Auspuffanlagen eintragen lassen, sofern das Fahrzeug nicht nach dem 01.10.71 zugelassen wurde.
Geräuschmessung ok, und schon wirds eingetragen. So weit klar.

Aber für alle neueren war schon immer eine gehörige Portion Ermessensspielraumerweiterung (oft mit mehreren bunten Scheinen als Meinungsverstärker verbunden) nötig.

Was heißt denn nun Gutachten, ABE und H-Kennzeichen sind völlig verschiedene Geschichten?

Ich meine man sollte die zweifellos guten Auspuffanlagen nicht mit "H-konform" und "Betriebserlaubnis" bewerben, wenn der Käufer hinterher von Pontius zu Pilatus

rennen und letzen Endes doch nach Isselburg oder zu einem befreundeten "Tuner" fahren muss, der für die Eintragung wieder die Hand aufhält.

Re: Auspufftests

Verfasst: Mi 23. Nov 2016, 20:20
von Udo
Bis 110 PS beim 1776 z.b. Reicht auch der einfache Edelstahl von JP. Danach machen andere wie super comp z.b mehr Sinn .

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 09:10
von orra
Hallo,

Die Tests:

Hier werden mehrere verschiedene Motorkonzepte in unterschiedlichen Tests mit einander verglichen. Das Ergebnis ist dem entsprechend unterschiedlich.
In den alten Berichten werden Serien-bzw seriennahe Motoren mit verschiedenen Schalldämpfern ausgestattet und gemessen. Beim Käver Revue / Ahnendorp-test war es ein 1,8L Motor mit Tuning, was weit von der Serie abweicht.
Ohne überspitzt genau zu sein, hat solch ein Motor ein Leistungspotential von ca. 100PS
Wenn man sich den Serienmotor mit 1600ccm und 50PS ansieht, dann war zur damaligen Zeit nicht die Spitzenleistung das Ziel der Bemühungen, sondern in erster Linie standen solche wichtigen Alltagsfragen im Vordergrund wie:
- Zuverlässigkeit
- Normalbenzintauglich
- So gut wie mögliche Heizleistung
- Stramme Kostenkalkulation
- Verfügbarkeit
- Wartung
Das alles hat der Serienmotor mit nur 50PS millionenfach geschafft. Der Rumpfmotor alleine hätte mehr Leistungspotential gehabt. Das wird deutlich wenn man sieht, wie einfach es auch für Laien ist, dem Motor mehr PS zu entlocken.
Um es in Zahlen etwas zu verdeutlichen. Der Serienschalldämpfer erzeugt bei einem Serienmotor einen maximalen Staudruck von fast 1800mBar. Das war nötig, damit die Wärmetauscher auch ausreichend Heizwärme für die Wageninnenraumheizung produzieren können. Der Serienschalldämpfer ist strömungstechnisch eine Katastrophe. Schon in den WT-Eingängen am Topf sind massive Drosseln verbaut.
Das sorgt für gute Heizleistung, aber auch heiße Zylinderköpfe und in der Folge bei leistungsstärkeren Motoren zu Überhitzungsproblemen. Sportauspuffanlagen reduzieren zum Teil schon beim Serienmotor den Staudruck auf unter 700mBar
Wie hoch ist der Staudruck bei frisierten Motoren mit mehr Hubraum und größeren Gasmengen???
Nun, ohne es gemessen zu haben kann man doch physikalisch davon ausgehen, dass es nicht geringer sein wird ;-)
Bei dem oben genannten 1800er ist der Staudruck beim Seriendämpfers eben so hoch, daß der Motor in der abgegebenen Leistung um 20-30PS eingedrosselt wird. Das ist in keinem Fall unrealistisch. Es ist nachvollziehbar und wurde auch mit „guter Heizleistung“ und „leise“ dokumentiert.
Alle damaligen Sportauspufftöpfe waren sehr ähnlich aufgebaut. Die Leistungsunterschiede beim Serienmotor können folglich nicht großartig abweichend sein. Auch die wenigen Fächerkrümmeranlagen aus damaliger Zeit waren nicht besonders strömungsgünstig gefertigt, so dass sie auf einem Serienmotor selten nennenswerten Leistungsgewinn brachten.
Es sieht jedoch völlig anders aus, wenn man sich frisierte Motoren anschaut. Hier werden schon im Vorfeld Grundlagen geschaffen, die eine bessere Strömung, bzw einen schnelleren Gasfluss ermöglichen. Eines von vielen Beispielen sei hier die sehr kleine Auslasskanalsichel hinter dem Auslasssitzring genannt, usw.
Es ist nachvollziehbar unsinnig ein gut strömenden Auspuff zu montieren, wenn diese extreme Engstelle gar keine großen Gasflüsse zulässt. Im Ergebnis haben solche unbearbeiteten Serienköpfe, bzw Serienmotoren auch wenig Reaktion auf Sportauspuffanlagen.
Ein weiterer Punkt ist das serienmäßige Absaugsystem mit lagen Hirschgeweih und einem kleinen Serienvergaser.
Zurück zur Eingangssituation bzw Eingangsfrage:
Allumfänglich kann man keinen einzelnen Auspuff für alle verschiedenen Motoren empfehlen.
Auch sind die zwei grundlegend unterschiedlichen Schalldämpferkonzepte ( Fächerkrümmer und Topf) nicht mit einander vergleichbar. Beide Systeme haben viel Vor- oder Nachteile über dessen Kauf nicht auch zuletzt der persönliche Geschmack entscheidet.
Als sehr gut funktionierende und im Prinzip ähnlich aufgebaute Fächerkrümmeranlage könnte man
Für eine gute Leistungsausbäute bei frisierten Motoren die zweiflutigen Anlagen von z.B.
CSP, Ahnendorp KURU usw empfehlen. Der Aufbau ist vergleichbar. Die Anlagen bieten gerade bei Doppelvergasermotoren mit mehr Hubraum einen sehr guten Gasfluß und somit auch hohe Leistungsausbeute. Sie sind teilweise sogar mit ABE erhältlich. Hier sind die Rohrquerschnitte und deren Verlauf und vor allem der 4 in 2 Sammler gelungen.
Bei größeren Motoren mit Doppelvergaser und vor allem Sportnockenwellen sind sie jedoch auch entsprechend Laut. Des weiteren ist das „Geschlängele“ und die eingeschränkte Bodenfreiheit und eingeschränkte Ventilzugänglichkeit nicht jedermanns Sache.
Bei Topfsystemen bleibt die Serienoptik weitestgehend erhalten. Bei Töpfen in Serienoptik hat sich gezeigt, dass großes Dämpfer-Volumen, bzw großes Kammervolumen für eine gute Leistungsausbeute, vielmehr jedoch für eine volumige Drehmomentkurve wichtig sind.
Unter dem Heckblech ist jedoch nicht sehr viel Platz. Diesen mit größtmöglichen Topf zu füllen ist nicht einfach. Die Fertigung des Seriendämpfers mit umlaufender Blechnaht kostet wichtiges Kammervolumen.
Wenn man diese Erkenntnisse berücksichtigt, dann kann man auch als Leihe sehr einfache (billige) Abgasanlagen in deren Funktion mehr oder weniger gut beurteilen.
Zulassungsmöglichkeiten und deren Bewerbung sind eine andere Geschichte.
Es gibt Anlagen mit ABE, die sich jedoch meist nur auf einen speziellen Motortyp beziehen und nicht auf andere Motorkonzepte übertragen lassen. Das Erstzulassungsdatum spielt hier auch eine Rolle.
Anders herum kann eine ABE auch ungültig werden, wenn der Motor nicht der in der ABE angegebenen Beschreibung entspricht.
Ein H-Kennzeichen, bzw H-Tauglichkeit ist grundsätzlich eine Ermessensfrage der Prüfstelle.
Es hat mit einer ABE wenig zu tun. Eintragungen, ABE usw sind andere Geschichten.
Die Hersteller umwerben ihre Produkte da mehr oder weniger eindeutig oder ggf auch irreführend.
Das ist für potentielle Kunden teilweise misslich. ;)
Um es deutlich zu sagen:
Es gibt keinen einzigen gültigen Freifahrtschein für einen Auspuff auf x-beliebige Motoren.
Für Serienmotoren gibt es auch nur sehr sehr wenige Anlagen mit TÜV.

Gruß,
orra

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 10:07
von yoko
Udo hat geschrieben:Bis 110 PS beim 1776 z.b. Reicht auch der einfache Edelstahl von JP. Danach machen andere wie super comp z.b mehr Sinn .
:confusion-scratchheadyellow: Aber den JP mußt innen öffnen, sonst wird das nix mit den 110 PS. Oder ist der innen anders als Serie?

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 10:45
von orra
Hallo Yoko,

JP hat mehrere Anlagen im Programm.
Der Topft, der wie die Serie aussieht und nur aus Edelstahl gefertigt ist, hat den fast gleichen Aufbau wie der Seriendämpfer.
Ohne ihn massiv zu bearbeiten wird das nichts mit echten 110PS ;) aus einem 1776er.

Ob der Aufwand lohnt und ob es jeder kann, darf man getrost in Frage stellen.
Schlußendlich ist sein Volumen auch recht klein.

Gruß,
orra

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 11:02
von Poloeins
Wir haben ja am Kemals-Istantbulrun-Käfer auch einen Serientopf "verändert".

Wenn man die Stelle, die Rainer meint ,auf macht,dann wird der Klang des Motors unter Last sehr sehr unangenehm laut.Der Klang ist trotz Endröhrchen mit Sieb unangenehm...ALLERDINGS nur aussen und hinterm Auto...also Scheissegal:D.

Der Motor war aber auch modifiziert.
1,7l,Eagle 2231,Einkanaler mit 35,5&32mm Ventilen,2x40er Kadronanlage,9,5:1.Originale Wärmetauscher sind dran und auch im Winter macht man die Heizung nicht voll auf.
75PS bei 4000Umin

Gruss Lars

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 11:06
von Low14
für bis zu welchem Hubraum / Tuning ist wohl der HJS Kat gut?

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 11:13
von Poloeins
http://bugfans.de/forum/fahrzeugvorstel ... hilit=Diva

Hier kann man sehen welche Stelle der Rainer meint...

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 11:47
von Jürgen N.
Low14 hat geschrieben:für bis zu welchem Hubraum / Tuning ist wohl der HJS Kat gut?

Habe ich auf 1776 ccm Einvergaser verbaut.
112 PS WBX Nocke, 9,0:1, 39/33 Köpfe bearbeitet.
Nie gebremst lief aber mit dem HJS Kat sehr gut und hatte unten heraus ein sehr gutes Drehmoment.

Gruss Jürgen

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 12:07
von Speedy63
Poloeins hat geschrieben:http://bugfans.de/forum/fahrzeugvorstel ... hilit=Diva

Hier kann man sehen welche Stelle der Rainer meint...

Hat denn schon mal jemand den "Neuen" Serientopf von CSP getestet???
Klingt zumindest nach einer Alternative zumal in Edelstahl.

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 12:24
von Low14
Habe ich auf 1776 ccm Einvergaser verbaut.
112 PS WBX Nocke, 9,0:1, 39/33 Köpfe bearbeitet.
Nie gebremst lief aber mit dem HJS Kat sehr gut und hatte unten heraus ein sehr gutes Drehmoment.


holy shit, 112 PS mit Einzelvergaser...will ich auch haben, ein Motorbauer hat mir mal gesagt bei 1915ccm, dem 37er Vergaser und w100 wären so 80 PS drin, wir haben aber nicht über die Köpfe gesprochen

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 12:28
von Michl
Servus Low14,

der Jürgen meinte die Nocke vom 112 PS-WBX :mrgreen:



Gruß

Michl

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 12:28
von Poloeins
Die Nocke ist von nem WBX mit 112PS;-)

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 12:41
von Poloeins
Beim Dynoday in Oensingen diese Jahr war sogar einer mit Einvergaser und 122PS:D

Aber der Aufwand liegt in keinem Verhältnis...

Er hatte übrigens ne WASP an dem Motor mit dem umgearbeiteten 34PICT:D

Re: Auspufftests

Verfasst: Do 24. Nov 2016, 13:06
von yoko
Poloeins hat geschrieben:Beim Dynoday in Oensingen diese Jahr war sogar einer mit Einvergaser und 122PS:D

Aber der Aufwand liegt in keinem Verhältnis...

Er hatte übrigens ne WASP an dem Motor mit dem umgearbeiteten 34PICT:D
:o Weißt du zufällig Hubraum, etc.?