da ich hierzu keine Anleitung gefunden habe, habe ich meine Vorgehensweise mal dokumentiert.
nötiges Material:
- Schlitzschraubendreher
- Stück 6mm Benzinschlauch + Schelle
- mittelgroße Spritze, um den Vergaser mit Benzin zu befüllen (hier 50ml)
- 20ml Spritze mit Entlüftungsbohrung
- ca. 15cm 3mm ID Schlauch (durchsichtig, zu bekommen im Baumarkt (Bauhaus z.B.))
- möglichst bis obenhin gefüllten 5L Benzinkanister
Vorbereitungen:
Der Vergaser sollte sauber und funktionstüchtig sein. Das Gestänge der Beschleunigerpumpe darf nicht ausgeschlagen sein, ebenso muss die Membran und die dahinter befindliche Feder tadellos sein - vorher am besten kontrollieren!
- Vergaser ausbauen und mit den Stehbolzen (die Gewinde nicht beschädigen!) senkrecht in den Schraubstock spannen
- Feder des Gaszuges aushängen
- Gashebel/ untere Drosselklappe voll öffnen
- in die 20ml Spritze muss eine kleine Entlüftungsbohrung (1,5mm) auf der Stirnseite eingebracht werden:
Vorgehensweise:
1) obere Drosselklappe der Kaltstarkanreicherung mit einem Stück Klebeband in maximal geöffneter Position sichern, anderenfalls spritzt die Beschleunigerpumpe deutlich mehr ein. Achtete darauf, dass das Entlüftungsröhrchen der Schwimmerkammer frei bleibt. 2) Auf das Austrittsröhrchen der Beschleunigerpumpe muss von unten der 3mm Schlauch aufgeschoben werden. Anschließend muss der Schlauch mit dem verbleibenden Ende nach oben hinausgefädelt werden. Das dünne Messingröhrchen ist hier für gefühlvolles Arbeiten und Gegenhalten von Hand dankbar. Bitte keine Knicke in den Schlauch einbringen! 3) Der Vergaser muss nun mit Benzin befüllt werden. Dazu wird eine größere Spritze mit einem 6mm ID Benzinschlauch verbunden. In die Schwimmerkammer passen ca. 80ml ohne Überlaufen. Pumpt man gegen das Schwimmernadelventil mit zu hohem Druck durch die Spritze, läuft der Vergaser über. Woher ich das wohl weiß...
5) Die 20ml Spritze wird nun auf 20ml aufgezogen und anschließend mit dem freien 3mm Schlauchende verbunden. Idealerweise ist der Schlauch blasenfrei und die Spritze ganz leer. Wichtig (!!!): die gesamte Spritze höher als das Messingröhrchen halten, gerne auch ganz über den Vergaser, sonst wird - gemäß des hydrostatischen Paradoxons nach Pascal bzw. dessen kommunizierenden Röhren wie schon beim Aquarium - Benzin in die Spritze gesaugt und die Messung verfälscht!!!
6) Der Gashebel wird nun 10x vollständig betätigt, d.h. die untere Drosselklappe ist ganz geschlossen und wird ganz geöffnet (1 Hubbewegung). Empfehlung aus TI134 bei stillgelegter Höhenkorrektur: 1,3 +-0,15 cm³/Hub. Bei korrekter Einstellung sollten sich also 13ml Benzin, respektive 7ml Luft, in unserer Spritze befinden. 7) Sollte der Wert abweichen, muss eine Korrektur über die federbelastete Einstellschraube neben der Beschleunigerpumpenmembran vorgenommen werden. 1 Umdrehung im Uhrzeigersinn entspricht ca. 1-1,5ml weniger. 8) Die vorigen Schritte so lange wiederholen, bis die Beschleunigerpumpe die gewünschte Menge bei 10 Hubbewegungen einspritzt. Laut Vorgabe haben wir eine Toleranz von 11,5-14,5ml. Wo die effektive Untergrenze für einen vernünftigen Motorlauf liegt, kann ich leider nicht sagen. Ich denke man ist mit der Werkseinstellung gut beraten. Mein Vergaser lag übrigens mit ca. 18ml nach 10 Hüben kräftig daneben.
9) Nach Abschluss der Arbeiten sollte das Spritzbild des Messingröhrchens geprüft werden. Es sollte in den sich öffnenden Spalt der unteren Drosselklappe spritzen, darf den Venturi darüber aber keinesfalls berühren. Leichte Änderungen können im laufenden Betrieb mit einem kleinen, flachen Schraubendreher vorgenommen werden. Vorsichtig vorgehen und bitte vorher prüfen, ob das nur gesteckte Messingröhrchen sich frei bewegen lässt. Der Spritzstrahl lässt sich im laufenden Betrieb mit einer Taschenlampe, idealerweise einer hellen, reinweißen LED, prüfen. Ich probiere hier noch ein Photo nachzureichen.
Gruß,
Phil