KTL Beschichtung

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JochemsKäfer
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KTL Beschichtung

Beitrag von JochemsKäfer »

Hallo Zusammen,

mein neuen 1302 mit subaru motor soll ja 365 Tagen Einsatzbereit sein. Also kein Winterschlaff. Regen, Schnee, Sonne. Macht es deswegen Sinn, sich mal einen KTL Beschichtung zu überlegen? Die Entlackungsfabrik (Carblast) hat mir ein Angebot geschickt für 5.000 €. Das finde ich doch recht teuer. Oder vielleicht nur die Bodengruppe 1.000 € oder nur die Karosse 4.000 € ?

Was ist euere Meinung dazu?

Grüße Jochem
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lothar
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Re: KTL Beschichtung

Beitrag von lothar »

Hallo Jochem, eine KTL Beschichtung wäre das Optimum für einen Alltagskäfer (+ Mike Sander o.ä.) und wenn, würde ich beides machen (Bodengruppe + Karosse).
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halbug
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Re: KTL Beschichtung

Beitrag von halbug »

Ich plane fest meinen Karmann chemisch entlacken und KTL beschichten zu lassen. Bodenplatte und Karo.

Allerdings wahrscheinlich mit Entlackungszentrum Zweibrücken und Sinan Wagner, der das alles koordiniert. Kannst ihn ja mal anfragen.

Aber billig wird das jedefalls nicht!

Grüße Lars
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Jürgen N.
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Re: KTL Beschichtung

Beitrag von Jürgen N. »

Wenn es richtig gut werden soll, dann ist der Schritt chemisch entlacken, chemisch entrosten und dann KTL ( macht z.B. alles Carblast ) der richtige Weg.
Ich habe meine 911 F-Modell Karosse da genau so bearbeiten lassen. Wichtig ist, dass der ausführende Betrieb die Tücken des entsprechenden Modells kennt - Stichwort Ablaufbohrungen etc.
Ein guter Betriebe berät auch, an welchen Stellen Deine Karosse bereits vor dem KTL-Prozess rausgetrennte Bleche ( sofern geplant ) haben soll, dass der Schutz ideal wird.
Carblast ist sehr gross und schleust jährlich nach eigenen Angaben ca. 1.000 Karossen durch deren Bäder ( wenn man das vor Ort sieht, stellt man das nicht in Frage...
Und: KTL ist nicht gleich KTL, deshalb würde ich einen wirklich erfahrenen Betrieb wählen.
Danach aufwendig mit Mike Sanders war auch mein Weg für die Hohlraumversiegelung - also meiner Ansicht nach geht das alles in die richtige Richtung!
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Re: KTL Beschichtung

Beitrag von 74er_1303 »

KTL-Beschichtung im Tauchbad ist lt. Berichten der Fachpresse wohl das Beste, was man seiner Karosserie lackmäßig antun kann. Würde ich auch so sehen. Zu einer realistischen Bewertung gehört aber auch, die Grenzen zu kennen, d.h. was kann KTL auch nicht. Die Vorteile kennen alle bzw. sind auf Anbieterseiten nachzulesen.

Beim Entrosten werden die Spalte von auf einander gelegten Punktschweissverbindungen nicht unbedingt 100% rostfrei. Die Frage ist dann: was macht man mit den Spalten? Abbdichten? Lack reinlaufen lassen? Sanders Fett?

Das Schlimmste was man einer Blechkarosse antun kann, ist im Winter bei Salz rumfahren. Unter solchen Umständen haben werksneue Käfer teilweise keine 10 Jahre durchgehalten. Das wird mit KTL nicht unendlich viel besser sein. Ordentlicher Hohlraum- und Spaltschutz muss trotzdem sein. Wenn ich wild entschlossen wäre, heutzutage noch einen Käfer im Winter hinzurichten, dann würde ich mir die ganz KTL-Arie sparen und das Teil ordentlich mit Mike Sanders fluten. Alle Hohlräume, alle Spalte. Vielleicht gehts dan 10 Jahre lang gut.

Meine Empfehlung wäre: Das Geld fürs KTL für ein austauschbares Winterauto ausgeben. Und dennoch Rostschutzfett einsetzen. Viel Erfolg....
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Red1600i
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Re: KTL Beschichtung

Beitrag von Red1600i »

Alle Käfer seit den 70ern haben KTL ab Werk bekommen... und sind trotzdem durchgerostet. Jeder Mexico Käfer hatte definitiv KTL ab Werk. Bei den deutschen Käfern muss man etwas vorsichtiger bewerten, bis in die 70er Jahre war auch ATL sprich Anodische Tauchlackierung noch im Einsatz... und die ATL taugt definitv weniger als die KTL.

Der große Bringer bei der Haltbarkeit ist die Hohlraumschutzversiegelung. Fehlt die oder ist sie schlampig ausgeführt, dringt genau in die empfindlichen Falze Wasser mit Salz ein. Und genau das bringt das Blech nachher um.

Die KTL von heute ist zwar besser als früher, aber man muss auch da Obacht geben. Die Lackierung von Carblast ist KTL Schwarz (!!!). Gutes Material, aber es entspricht nicht der Qualität von KTL Grau (!), was der normalen Serie entspräche. Grau von Früher ist mindestens mit Schwarz von Heute gleichzusetzen.

Die Qualität von KTL Schwarz kannst du an vielen Blech Ersatzteilen heutiger Fahrzeuge sehen... und die ist beileibe nicht umwerfend toll. Nur ist sie besser und umfassender als jeglicher Grundierversuch mit irgendeiner Spritzpistole... egal welcher Künstler an der Spritze sitzt.

Und noch was: selbst aktiver Rost wird im KTL Bad etwas phosphatiert und auch mit den Pigmenten zugeschlämmt. Toll ist dieses Ergebnis auch nicht, aber besser als Nix auf jeden Fall. Mit der Pistole wäre man ja nicht hingekommen.

Und ja, ich habe schon sehr, sehr viel mit KTL gemacht. Es gibt nichts besseres... als KTL mit sauberem Lackaufbau plus Hohlraumkonservierung.
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Fuss-im-Ohr
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Re: KTL Beschichtung

Beitrag von Fuss-im-Ohr »

Hallo Jochem,

viewtopic.php?p=183105
das Forumsmitglied Karmanfreund hat das bereits hinter sich und hier Dokumentiert https://www.moesinger.com/lack-ktl.html

Gruss Jürgen
rallye78
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Re: KTL Beschichtung

Beitrag von rallye78 »

Hi Jochem,
und, wie weit bist Du mittlerweile ?
Bei meinem TR6 wurden alle Nähte anschließend vor der Spritzspachtelbehandlung noch versiegelt. Ich glaube, mit Sikaflex. Alle Hohlräume habe ich danach mit Fluidfilm geflutet und bisher noch keinerlei Rost festgestellt.
Im Kofferraum lief mal Benzin aus, was ich nicht gleich bemerkte. Den dortigen Lack konnte ich mit der Spachtel wegschieben. KTL blieb davon total unbeeindruckt. Das Zeug hält absolut fest.
Gruß Eugen
JochemsKäfer
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Re: KTL Beschichtung

Beitrag von JochemsKäfer »

Hallo Eugen,

die Bodengruppe wird momentan instandgesetzt. Neues Bodenblech und den Rahmenkopf muss für die Zahnstangelenkung angepasst werden. Dann warte ich noch auf Info ob weitere Modifikationen für das Subaru Getriebe notwendig sind. Die Bodengruppe wird KTL behandelt.

Dann geht es an die Karosserie….das dauert noch, und da bin ich mich noch nicht 100% sicher ob ich ein KTL Beschichtung machen soll.

Grüße Jochem
Fliegender Holländer am Bodensee
Metalandy
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Re: KTL Beschichtung

Beitrag von Metalandy »

20210721_092431.jpg
20210721_092431.jpg (175.72 KiB) 424 mal betrachtet
Hey,
Ich wollte als Alternative auch mal eine Flammspritzverzinkung einwerfen. Das habe ich letztes Jahr bei meinem T1 machen lassen und bisher sehr zufrieden. Die Beschichtung ist sehr kratzfest. Die Behandlung von Hohlräumen ist allerdings nur durch "offen legen" möglich,dafür ist die ganze Geschichte deutlich günstiger.

Gruß,
Andy
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Red1600i
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Re: KTL Beschichtung

Beitrag von Red1600i »

Flammspritzverzinken ist wie "lackieren". Das Zink wird gespritzt per Plasma Zerstäubung.

Was man sieht, wird beschichtet. was man nicht sieht, bleibt unbeschichtet. Also keine Beschichtung von Hohlräumen.

Es kann nach wie vor easy von innen durchrosten und weiterrosten. Unbemerkt.

Ausserdem ist es sehr speziell auf Flammspritz Zink zu lackieren. Wer hier den falschen Haftgrund wählt, hat verschissen... und das wortwörtlich. Das Zink muss angesäuert und mit Phosphat aktiviert werden.

Wem das wurscht ist, macht's dann zweimal...
Metalandy
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Re: KTL Beschichtung

Beitrag von Metalandy »

Dafür gibt es ja dann die Hohlraumkonservierung. Ich denke jede Variante hat Vor- und Nachteile. Durchrosten wirds in keinem der beiden Fälle.
Wie gesagt, war nur eine günstigere Alternative zum Tauchbad für den TE 😉
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