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 Betreff des Beitrags: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Mi 12. Jun 2019, 11:55 
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Hallo zusammen,
ich versuche seit einiger Zeit, den 1835ccm Typ1 in meinem Typ3 Variant vernünftig abzustimmen.
Im Großen und Ganzen läuft der Motor inzwischen auch zufriedenstellend, aber ein Problem bereitet mir von Anfang an Probleme: im Teillastbereich bei Drehzahlen unterhalb ca. 2500-300 U/Min, also bei minimal geöffneter Drosselklappe, wenn eine konstante Geschwindigkeit gehalten werden soll, schüttelt sich der Motor sehr stark.
Das Ganze ist im 4.Gang besonders ausgeprägt. Wenn ich bei 60km/h in den 4. Gang schalte und dann einfach nur die Geschwindigkeit halten will schüttelt sich das ganze Auto heftig. Das fühlt sich an wie Motorstempeln/Wheelhop. Sobald die Drosselklappe weiter geöffnet und Gas gegeben wird, ist alles wieder gut.

Ich habe nun schon diverse Bedüsungen ausprobiert, aber die Symptome sind immer die Gleichen, ganz egal, ob der Lambdawert in dem Moment bei 0,85 oder bei 1 steht.
Hier mal ein paar Daten zum Motor:
- 1835ccm (69x92mm)
- ca. 9,0-9,5:1 verdichtet (weiß ich nicht mehr genau)
- 040er Köpfe mit 35,5/32er Ventilen, Kanäle geglättet, Sitzringe und Ventile strömungsgünstig bearbeitet
- Stößel von Thorsten Pieper, Chromoly Stösselstangen, leichte Federteller, Kipphebelübersetzung 1,1:1
- Engle W120
- zwei Weber Vergaser 40 DCNF 12
- an die Vergaser angepasster originaler Typ3 Zweivergaser-Luftfilterkasten mit Trockenluftfilter statt Ölbad
- 123 Tune Verteiler

Die Vergaser habe ich vor Jahren sehr günstig erstanden. Zuvor sind sie angeblich fachmännisch überholt worden, was sich als absoluter Blödsinn herausstellte, aber das ist ein anderes Thema… :angry-fire:
Zwischenzeitlich sind die Vergaser komplett von mir überarbeitet worden:
- Schwimmerstände nach Werksvorgabe eingestellt
- Beschleunigerpumpenmembrane erneuert
- Drosselklappenwellen neu gelagert
- Ultraschallreinigung
- usw.

Bei den ersten Fahrversuchen sind 30er Venturies und 4,5er Vorzerstäuber verbaut gewesen. Wegen des oben beschriebenen Teillastruckelns habe ich nach mehreren Bedüsungsversuchen 28er Venturies mit 4,5er Vorzerstäubern ausprobiert. Das subjektive Fahrgefühl war damit zwar besser, aber das Teillastruckeln war unverändert. Bei genauerer Betrachtung der Vergaser fiel mir auf, dass bei völlig geschlossenen Drosselklappen die oberste der insgesamt vier Bypassbohrungen nur teilweise abgedeckt gewesen ist. Daraufhin habe ich mir Drosselklappen mit 80° (vorher 78°) Winkel gedreht. Da die Platzverhältnisse über dem Vergaser beim Typ3 Flachmotor sehr eingeschränkt sind und die Vorzerstäuber zudem gut 2,5cm aus dem Vergasergehäuse herausragten, habe ich mir zudem Venturis mit 28,5mm Innendurchmesser gedreht, bei denen auf den Vorzerstäuber verzichtet werden kann (das gleiche Prinzip wendet Johannes Persson bei den JPM Raptor Venturies für IDAs an). Das Fahrverhalten ist damit wieder etwas besser geworden, nur das Teillastruckeln ist leider wieder einmal unverändert geblieben.

Inzwischen bin ich echt ratlos. Kann das Teillastruckeln evtl. durch zu frühe oder zu späte Zündung verursacht werden?
Wird denn das Gemisch im Teillastbereich unterhalb von ca. 2500-3000U/Min von der Leerlaufdüse bestimmt oder durch das eingestellte Leerlaufgemisch, oder von beidem in Kombination?
Wer hat noch einen Tipp für mich?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Tobi


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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Mi 12. Jun 2019, 16:31 
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Das Teillastgemisch wird durch Luftkorrekturdüse, Schwimmerstand und Leerlaufdüse bestimmt. In etwa in dieser Reihenfolge. Also die Leerlaufdüse hat den geringsten Einfluß.
Der Schwimmerstand ermöglicht eine "Feinverstellung" bevor man auf eine andere Düse wechselt.

Ich vermute mal, dass Du eine Kupplung mit starrer Nabe hast. Da wirken sich Aussetzer stärker aus.

Grundsätzlich ist die Serienabstimmung fast aller Vergaser im Teillast mehr Richtung mager, um in diesem Bereich den Verbrauch zu senken. Da Du ja schon die Abstimmung in diesem Bereich Richtung fett geändert hast und es trotzdem unverändert war, gehe ich von einem Zündungsproblem aus. Versuch es mal mit einem Elektrodenabstand von 1,00mm. Hört sich komisch an, bewirkt aber eine höhere Belastung der Hochspannungsseite. Sollte das Problem auf der Zündungsseite liegen ( Kabel, Stecker, etc.), dann müsste es schlimmer werden. Liegt das Problem im Bereich "Verbrennungsaussetzer" dann sollte es sich verbessern.
Die Zündungsseite läßt sich am zuverlässigsten mit einem Zündoszilloskop prüfen.

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Gruß Bernd

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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Mi 12. Jun 2019, 16:54 
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Hallo Bernd,

vielen Dank für den Tipp mit dem Elektrodenabstand, das werde ich mal ausprobieren.
Bist Du Dir sicher, dass auch im Drehzahlbereich deutlich unter 3000 U/Min die LKD merklichen Einfluss auf das Teillastgemisch hat?

Tobi


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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Mi 12. Jun 2019, 17:07 
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Sicher kann man sich nie sein, zumal Du schon reichlich verändert hast, aber ein Einfluß besteht. Fragt sich nur wie stark es sich auswirkt. Deshalb spiele ich gern mit dem Schwimmerstand. Das ist schnell zu bewerkstelligen. Zündkerzen mit vorgezogener Elektrode ist auch so ein Tick von mir. Die bringen manchmal Verbesserungen im Abgas.

Ich habe momentan bei einem ZV Motor ein ähnliches Problem. Da ist aber der Teillast im Lambda 1,05 Bereich, also schon sehr mager. Der Schwimmerstand ist jetzt schon ausgereizt, also muss eine kleinere Luftkorrekturdüse her. Erst einmal gehe ich aber noch den Weg über eine größere Leerlaufdüse. Das ist einfacher und da habe ich noch etwas Auswahl. 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Mi 12. Jun 2019, 19:19 
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Ich würde es mal mit etwas größere Leerlaufdüsen versuchen. Wenn die klappen mur ganz minimal
geöffnet sind geht das meiste über die LLD.

Noch ein Tip den du beachten solltest:

Bei späterer Abstimmung kommst du eigentlich gar nicht drumherum beide Zylinderbänke unabhängig von einander abzustimmen.
Bei der Variante wo der luftansaugweg ungleichmäßig lang ist, müssen die Vergaser anders bedüst werden
Die Seite mit dem langen Weg bekommt dann im Regelfall kleinere HD
Original hat der 2 Vergaser Motor im Typ 3 auch verschiedene Düsen!!

Grüße
C.U


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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Mi 12. Jun 2019, 23:40 
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Die Zündung kannst du ganz getrost aussen vor lassen...daran liegt es sicherlich nicht;-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Do 13. Jun 2019, 04:28 
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CU148 hat geschrieben:
Original hat der 2 Vergaser Motor im Typ 3 auch verschiedene Düsen!!


Nicht alle, da gab es zig verschiedene Ausführungen :character-oldtimer:

Hast Du auch schon mal ein anderes Mischrohr versucht?
Komisch ist, daß es auch bei fettem Lambdawert weiterhin ruckelt :confusion-scratchheadyellow:
Wieviele Übergangsbohrungen haben die DCNF Vergaser?

Gruß
Martin


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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Do 13. Jun 2019, 09:05 
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Moin!

@Bernd: ich werde das alles mal hintereinander ausprobieren.

@cu148: ich hätte vom Gefühl her auch gesagt, dass die LLD den größten Einfluss haben müsste, aber ich werde trotzdem mal alle Optionen ausprobieren. Dass die Zweivergaser-Typ3 links/rechts unterschiedlich bedüst werden, hatte ich auch schon mal gelesen. Allerdings tritt das Problem ohne montierten Luftfilterkasten ebenfalls auf, so dass ich das als Ursache erstmal ausschließe.

@Martin: andere Mischrohre habe ich aus Kostengründen bisher vermieden (100€ pro Satz, günstige Alternativen wie bei IDF/IDA gibt es nicht), zumal sich insbesondere im luftgekühlten Bereich so ziemlich keiner mit DCNFs auszukennen scheint. Ach ja: meine Vergaser haben vier Bypassbohrungen.

@Lars: ich werde mir bei der nächsten Probefahrt mal den Unterdruckwert im Problembereich anschauen. Wenn ich es richtig verstehe, dann ist im Teillastbereich die Gemischbildung i.d.R. suboptimal, weshalb man in diesem Bereich früher zündet. Wenn der Unterdruckwert bei meinem Motor aus irgendeinem Grund niedriger sein sollte als vermutet, dann wäre die zusätzliche Frühzündung ja ebenfalls entsprechend geringer...

Ich habe auch nochmal ein wenig überlegt: was ich nochmal überprüfen werde ist die Synchronität der Vergaser in dem Problembereich. Mangels Platz hatte ich bisher darauf verzichtet Unterdruckanschlüsse in alle Saugrohre einzusetzen und meine Boehm-Messurhren beim Synchronisieren zu verwenden und habe stattdessen lediglich mt einem einfachen Synchrometer im Leerlauf synchronisiert. Vielleicht ist das ja schon der Grund für das heftige Ruckeln im Problembereich...

Vielen Dank aber schon mal für Eure Tipps!

Tobi


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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Do 13. Jun 2019, 11:17 
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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Do 13. Jun 2019, 14:13 
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Fummel nicht an der Zündung rum...das ist es nicht.
Ich habs dir auch schon gesagt was los ist...aber willst es ja nicht wahrhaben:D

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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Do 13. Jun 2019, 15:29 
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Poloeins hat geschrieben:
Fummel nicht an der Zündung rum...das ist es nicht.
Ich habs dir auch schon gesagt was los ist...aber willst es ja nicht wahrhaben:D



Falls Du die Zündverstellung und damit den Zündzeitpunkt meinst, kannst Du recht haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Fr 14. Jun 2019, 11:51 
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Ich hatte vor x Jahren mal einen sunny 1,3lx mit dem Proble.

Es war ein poröser Unterdeckschlauch. der Falschluft gezogen hat.

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ciao Markus

Rechtschreibfehler sind beabsichtigt und dienen der allgemeinen Belustigung


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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Fr 14. Jun 2019, 13:39 
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Undichtigkeiten im Ansaugbereich unterhalb der Drosselklappe habe ich beim Tobi als geprüft und für gut befunden vorausgesetzt 8-) Das wäre aber auch im Leerlauf spürbar.

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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Sa 15. Jun 2019, 07:37 
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B. Scheuert hat geschrieben:
Undichtigkeiten im Ansaugbereich unterhalb der Drosselklappe habe ich beim Tobi als geprüft und für gut befunden vorausgesetzt 8-) Das wäre aber auch im Leerlauf spürbar.


Danke, Bernd, so ist es natürlich auch. ;)
Ich werde in der kommenden Woche mit der Abarbeitung Eurer Tipps beginnen und in dem Zusammenhang auch gleich einen Satz neuer Zündkabel konfektionieren, um Fehler in dem Bereich auszuschließen.
Über die Ergebnisse werde ich natürlich berichten.

Tobi


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 Betreff des Beitrags: Re: Teillastruckeln
BeitragVerfasst: Sa 15. Jun 2019, 18:39 
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Das kann nur an den leerlaufdüsen liegen . Die haben den größten Einfluss auf teillast


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