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Kleines Pleuelauge selbst neu ausbuchsen.....

Verfasst: Do 31. Jan 2019, 17:21
von ELO
Hallo Bugfans

Ich möchte meine obere Pleuelaugen selbst neu ausbuchsen,jedoch bin ich mir nicht sicher welches Material ich dazu verwenden soll.

Desweiteren bin ich planlos mit wieviel "Überdeckung" die Buchsen gefertigt werden sollen.

Ich hoffe hier kommen einige anregungen für mich :)

Gruß

ELO :character-oldtimer:

Re: Kleines Pleuelauge selbst neu ausbuchsen.....

Verfasst: Do 31. Jan 2019, 17:31
von Spechtl
Hallo.
Ich verwende dazu immer Führungsbronze.

MfG.Spechtl

Re: Kleines Pleuelauge selbst neu ausbuchsen.....

Verfasst: So 6. Okt 2024, 10:35
von kaeferfrank
Ist ja schon ein paar Jahre her,ich schreibe trotzdem was dazu.Ich verwende immer bei meinen Pleuel RG7 oder RG12.Da ich in meinen beiden 2,4er Motoren Mercedes Pleuel fahre muß ich mir die ja selber fertigen.Das Rotguß Material verwenden wir in der Hydraulik immer als Führung.

Re: Kleines Pleuelauge selbst neu ausbuchsen.....

Verfasst: Di 8. Okt 2024, 02:54
von schrauberger
Hallo Frank, schön aber was sagt mir das, hilft mir leider bei der Materialfrage nicht wirklich weiter.

Ich brauch für meinen 2,3er Typ4 mit 78Hub und Serienpleuel nach Willibald bearbeitet, auch neue Pleuelbuchsen für 22er Kolbenbolzen, die ich auch gerne selber drehen würde.

Was wäre von den 3 genannten das optimale Material?
Ich vermute ja fast, das an der Stelle das Material nicht so entscheidend ist und alles von dir genannte gut funktioniert.

Wegen der Frage oben von ELO zur Überdeckung, meinst Du damit das Übermaß der Buchsen um einen Presssitz herzustellen? Ich würde die Buchsen außen 0,01 oder 0,02mm größer als die Bohrung im Pleuel machen, wobei das ein Erfahrungswert aus dem Maschinenbau und nicht aus dem Motorbau ist.
Den Innendurchmesser auch etwas größer da die Bohrung durch den Pressitz kleiner wird
Falls eine passende Reibahle vorhanden ist, die innere Bohrung erst nach dem Einpressen aufreiben.

Ralph

Re: Kleines Pleuelauge selbst neu ausbuchsen.....

Verfasst: Di 8. Okt 2024, 13:04
von lothar
Was auch noch bedacht werden muss, ist, dass Pleuel unterschiedlich lang sein können.
Leider wurde uns nicht verraten, um welche Pleuel es sich handelt.

Bei der Überholung von Typ1 Pleueln z.B. ist es oftmals so, dass die Auflagefläche am großen Pleuelauge geplant werden muss (uneben, Auge geweitet), danach wird das Auge gehohnt -> das Pleuel wird kürzer.

Damit der Kolbenrückstand gleich bleibt (auch hier ein potenzieller Fehler!) wird das kleine Pleuelauge genau nach Abstand gebohrt/gerieben, dass kann dann oftmals aus der Mitte raus sein!
Fazit: Neue Buchse einfach in der Mitte bohren/reiben kann funktionieren, muss aber nicht...

Re: Kleines Pleuelauge selbst neu ausbuchsen.....

Verfasst: Di 8. Okt 2024, 14:43
von B. Scheuert
Selbermachen ist ja gut, aber in so einem Fall, würde ich doch eher auf einen guten Motoreninstandsetzer zurück greifen.

Re: Kleines Pleuelauge selbst neu ausbuchsen.....

Verfasst: Di 8. Okt 2024, 18:48
von kaeferfrank
Die Pleuelbuchse wird außen 0,05-0,06mm größer gedreht.Innen 0,60mm kleiner drehen.So kann man dann mit dem Feinspindler nach dem einpressen fertig Spindeln.Ich habe ein Drehteile wo das Pleuel von innen gespannt wird.Mann kann das Pleuel auch einfach auf dem Frässtisch spannen und dann spindeln.Ich bin selber gelernter Dreher-Fräser und mache das auf der Arbeit den ganzen Tag.Bei allen meinen Käfern funktioniert das so vom 1,8er Typ1 bis zum 2,4er Typ 4 Motor.Also keine Angst haben von der Arbeit.

Re: Kleines Pleuelauge selbst neu ausbuchsen.....

Verfasst: Di 8. Okt 2024, 18:56
von kaeferfrank
Hab ich ganz verfassen,nimm RG7.Das kannst Du auch bei Ebay bestellen.Du must die auch ein Drehteile fertigen um die Buchse im Schraubstock ein zu pressen,die Buchse brauch etwas Führung.Auch wichtig die Ölbohrungen im Pleuelauge vor dem Spindeln bohren.

Re: Kleines Pleuelauge selbst neu ausbuchsen.....

Verfasst: Mi 9. Okt 2024, 05:52
von Poloeins
Profis machen das in einer Parallelbohr/hohnmaschine...vielleicht hat das nen Grund;-)

Und die haben auch Drehbänke und Fräsen da...

Re: Kleines Pleuelauge selbst neu ausbuchsen.....

Verfasst: Do 10. Okt 2024, 10:18
von schrauberger
lothar hat geschrieben: Di 8. Okt 2024, 13:04 Was auch noch bedacht werden muss, ist, dass Pleuel unterschiedlich lang sein können.

Fazit: Neue Buchse einfach in der Mitte bohren/reiben kann funktionieren, muss aber nicht...
Ich schweife etwas ab, sorry.

Na ja, die Unterschiede vom Lochabstand Mitte kleines/großes Auge dürften bei der Überholung eines alten Motors ohne krassen Schaden nur sehr wenige Hundertstel ausmachen.
Ich denk mal der Versatz der neu gespindelten Lagergasse zu den Gehäusehälften macht da oft viel mehr aus. Dieser ist nach meiner Erfahrung hauptsächlich für unterschiedliche KR verantwortlich.

Auch unterschiedlich hoch geplante Zylinderauflageflächen (pro Bank) konnte ich schon öfters beim Kontrollieren von Gehäusehälften feststellen. Wie die Motorenbauer das hinkriegen ist mir unerklärlich :shock:
2 mal in der Z-Achse auf 0 fahren kann ja nicht so schwierig sein, ev. sind die Maschinen völlig ausgelutscht, oder die Gehäuse werden schlicht falsch aufgespannt bzw. verspannt. Rekordinhaber ist z.B. einer an der holländischen Grenze der schon Unterschiede von 0,05 auf der einen, und 0,12 auf der anderen Bank abgeliefert hat.
Kann passieren, wenn man dafür gerade steht ist alles gut, hat er aber nicht.

Ich umgehe Ungleichheiten des KR indem ich mit den nummerierten Kolben/Zylinder Paaren alle 4 KRstände per Vorrichtung mit Messuhr im Zentrum des Kolbebodens messe, und die Zylinder entsprechend auf das errechnete Maß kürze.
Da die meist eh gekürzt werden geht das in einem, auch wenn sie unterlegt werden müssen.

Motorenbauer können diesen Aufwand aus Kostengründen kaum leisten, ob er nötig ist sei dahingestellt. Mich kostet es außer Zeit nichts und schaden tut es sicher nicht.

Ralph

Re: Kleines Pleuelauge selbst neu ausbuchsen.....

Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 09:16
von schrauberger
Hallo,

wie beim Überholen der kleinen Bohrung vorgegangen wird ist mir jetzt klar.
Was mich verwirrt hat ist z.B das es im luftgekühlten Bereich Firmen gibt, die fertige Pleuelbuchsen aus beschichtetem Alu zum Einpressen anbieten, ohne nach dem Einpressen innen in der Bohrung noch zu bearbeiten. Sowas ist völliger Mist, wer sowas verkauft, dem kann jeglicher Sachverstand abgesprochen werden :angry-nono:

Käfer Frank macht es richtig, top Instandsetzer geben der Bohrung nach dem Spindeln noch einen Honzug.

Selbst wenn die Bohrung nach dem Auspressen der alten Buchse rund ist, nach dem Einpressen ist sie es nicht mehr. Weil der obere Halbkreis ist nicht besonders stabil und weitet sich, wenn die Übermaß Buchse eingepresst wird. Der Halbkreis zum Pleuelschaft ist massiv und gibt nicht nach.
Im Ergebnis hat man nach dem Einpressen dann innen ein Langloch, welches zwingend gespindelt werden sollte.
Das Pleuel wird dafür in der großen Bohrung gespannt, so sind dann auch alle Längen gleich lang.

Fazit:
Wenn’s gut werden soll ist selber machen nicht das Richtige.
Ralph