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Motorüberholung bei "Benzineinbruch" ins Kurbelgehäuse

Verfasst: So 6. Nov 2016, 13:43
von Randy02
Hallo,

mein Schlechtwetter- und Winterkäfer hat im Juni einen massiven Blowout gehabt.
Nach 4 Wochen Standzeit ist er nach ca. 800m mit einer riesengroßen Rauchwolke ausgegangen.
Er hat eine massive Ölspur gezogen und Unmengen Öl-Benzin-Gemisch in Höhe des 1. Zylinders in den Motorraum gepustet.

Nun habe ich ihn Zerlegt. Beim Drehen auf dem Motorständer lief dann unter lautem Gegluckere auch Brühe aus den Abgasauslässen.
Ich habe dann ca. 3l Benzin-Öl-Gemisch aus dem Motor abgelassen.

Der Vermutete Zylinderkopfriss oder Ventilabriss ist nicht vorhanden.
Vermutlich lag es am Vergaser?

Egal:

Meine Frage nun:
Muss ich die Lager an der KW etc. auch erneuern nach dem Benzinbad? Was genau soll ich prüfen und erneuern. Auch Kolbenringe etc?
Der 1200er soll so schnell wie möglich wieder ins Heck.


Den Vergaser nehme ich mir natürlich auch vor.

Danke schonmal für eure Tipps!

Gruß Magnus

Re: Motorüberholung bei "Benzineinbruch" ins Kurbelgehäuse

Verfasst: So 6. Nov 2016, 16:28
von Turner
Mhh,wo soll man da anfangen.
Der Benzineinbruch ist zu 99% ein Defekt an der Benzinpumpe,wenn soviel im Gehäuse rumschwappte.
Kommt öfters vor.
Ob sich das lohnt den Motor frisch zu lagern,sieht man erst beim zerlegen.Eventuell haben die Lagerstellen schon durch das Gemisch gefressen.Ob das die Kurbelwelle überlebt hat?Wie die Kolben aussehen?
Zerleg die Kiste und schau dir paralell nach einem guten 34PS um.
Turner

Re: Motorüberholung bei "Benzineinbruch" ins Kurbelgehäuse

Verfasst: So 6. Nov 2016, 19:24
von B. Scheuert
Was ich nie verstehen werde, ist das erst einmal alles auseinander gerissen wird, ohne nach der Ursache zu schauen.
Aber egal, jetzt ist er auseinander und man kann es ganz machen, oder garnicht. Meine Meinung 8-) Zu neuen Lagern gehört dann auch spindeln und planen. Das heißt, so ganz schnell ist er nicht wieder einsatzbereit 8-)

Re: Motorüberholung bei "Benzineinbruch" ins Kurbelgehäuse

Verfasst: So 6. Nov 2016, 20:23
von triker66
B. Scheuert hat geschrieben:Was ich nie verstehen werde, ist das erst einmal alles auseinander gerissen wird, ohne nach der Ursache zu schauen.
Aber egal, jetzt ist er auseinander und man kann es ganz machen, oder garnicht. Meine Meinung 8-) Zu neuen Lagern gehört dann auch spindeln und planen. Das heißt, so ganz schnell ist er nicht wieder einsatzbereit 8-)


Genau Bernd, und gleich eine Hubraumerweiterung vornehmen und ggf. eine andere Nockenwelle.

Re: Motorüberholung bei "Benzineinbruch" ins Kurbelgehäuse

Verfasst: So 6. Nov 2016, 20:37
von B. Scheuert
triker66 hat geschrieben:
B. Scheuert hat geschrieben:Was ich nie verstehen werde, ist das erst einmal alles auseinander gerissen wird, ohne nach der Ursache zu schauen.
Aber egal, jetzt ist er auseinander und man kann es ganz machen, oder garnicht. Meine Meinung 8-) Zu neuen Lagern gehört dann auch spindeln und planen. Das heißt, so ganz schnell ist er nicht wieder einsatzbereit 8-)


Genau Bernd, und gleich eine Hubraumerweiterung vornehmen und ggf. eine andere Nockenwelle.
So sehe ich das auch. Winterauto, oder auch nicht Winterauto.

Re: Motorüberholung bei "Benzineinbruch" ins Kurbelgehäuse

Verfasst: So 6. Nov 2016, 21:24
von Randy02
Naja,
ganz so einfach habe ich mir das ja nicht gemacht.
Der Motor stand lange und ist dann. Nach 1500 km spektakulär verstummt.
Ich habe daher eh mit mehr Arbeit gerechnet. Die Brennräume sind sehr dick vermatscht mit verbranntem Öl.
Die Kolbendecken ebenfalls. Den Benziner Bruch habe ich erst beim Zerlegen bemerkt . Daher war ich mir unsicher ob ich auch die Lager prüfen muss, oder es sein lassen kann. Besser wird es wohl sein.
Mit neuen KuZ in 83 liebäugele ich eh. Ich werde nach der Reinigung der alten entschieden.
Grüße

Re: Motorüberholung bei "Benzineinbruch" ins Kurbelgehäuse

Verfasst: Fr 2. Dez 2016, 18:42
von Randy02
Tja,

er ist wieder drin, mit 83er KUZ. Läuft gut. Klappert etwas.

Ich habe den Verursacher für den Benzineinbruch nicht lokalisieren können.
Das Schwimmernadelventil funktionierte wie es sollte. Trotzdem habe ich es erneuert wie auch alle Membranen und Dichtungen.
Ich habe auch eine Neue Benzinpumpe verbaut. Bei der alten scheint die Membrane in Takt. Sie macht was sie soll, wenn auch mit Geräuschen.
Aufmachen kann man die Brosol-Dinger ja nicht. Daher Nummer-sicher.

Der Motor an sich war von innen sehr verklebt. Kolben und Ventile hatten sehr massive Ablagerungen. Die Kipphebel kippten nicht mehr auf den Wellen. Sie musste man mit Kraft bewegen. Keine Einlaufspuren auf den Wellen aber auch dort die Verklebungen.
Nach dem intensiven Reinigen der Köpfe habe ich keine Risse entdecken können. Die Auslassventile sind nun neu und sprechen Schwitzerdütsch.
Pleullagerspiel habe ich nur rudimentär getestet, da ich den Block nicht gespalten habe (also im eingebauten Zustand). Die neuen KUZ bewirken natürlich nun höhere Kräfte. Wir werden sehen. Kurbelwellen-Achsialspiel ist noch im Rahmen (0.12).
Schlag am Schwungrad auch noch im OK-Bereich.

Mal sehen ob er durch den Winter als Alltagswagen besteht.

Grüße
Magnus