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Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: So 9. Feb 2014, 20:56
von Bugbear
Varus hat geschrieben:Der Kolben hat die AUCH die Funktion eines Sicherheitsventiles, denn die Ölpumpe ist eine zwangsfördernde Zahnradpumpe. Zwangsfördernde Pumpnen haben die Eigenschaft bei Verstopfungen, Verengungen alles zu sprengen was nicht hält. Theor. Druck: unendlich hoch.
Solange alles frei ist , z.B. das Ölfilter auch mit Bypass ausgestattet gehts. Ansonsten fliegen meist zuerst die Schläuche ab.
Das ist doch der Job des vorderen Kolbens am Schwungrad....

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Di 11. Feb 2014, 09:40
von Varus
Nein, der vordere ist das um 1970 eingeführte Regelventil (2.Regelkolben) für den Mindest-Öldruck am Ende des Systems. Den könnte man theor. weglassen ( Bohrungen verschließen), weil es ja sehr viele Gehäuse ohne diesem Kolben gab und gibt.
Den hinteren, großen , nähe Riemenscheibe, haben alle. Auch andere Autos mit zwangsfördernden Pumpen. Der muss immer nahe an der Pumpe liegen.

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Di 11. Feb 2014, 13:20
von 13dreier
das hab ich anders in Erinnerung, der hintere ist eigentlich ein Öldruckgesteuerter Thermostat, bei kaltem Motor ist der Öldruck so hoch das der Kolben zum Ölkühler verschließt und so den Motor schneller auf Betriebstemperatur zu bringen.

der vordere Kolben (Schwung) ist ein Überdruckventil das bei ca. 3,5 bar öffnet

dreier

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Di 11. Feb 2014, 18:07
von Varus
Der hintere an der Riemenscheibe hat geschickt eingefädelt 2 Aufgaben: er regelt die per Öldruck/-temp. abhängige Richtung. Direkt oder über'n Ölkühler zu den Lagern.
Er hat daneben die Aufgabe diesen besagten Höchstdruck über die Bohrung zur Ölwanne zu begrenzen, z.B. im Winter mit SAE 30er Öl, damit der Ölkühler nicht beschädigt wird.
Der vordere, kleine, nähe Schwungrad liegt am Ende des ganzen Ölsystems, wo schon einiges an Druck über die Lager abgespritzt ist, und wenn dieser Druck am Ende doch noch über 2 bar liegen sollte, regelt das der kleine Kolben ab.
Von Anfang an bis Ende gab es nur den einen, hinteren. Dann, für ein paar Jahre die beiden, dann wieder nur den einen, grossen an der Riemenscheibe, der sein muss.
Ein Gehäuse habe ich hier wo nur der Anguß für den kleinen da ist aber sonst ist das da tot.
M.W.hat VW das 2-Regelkolbensystem irgendwann wieder aufgegeben.

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Di 11. Feb 2014, 18:42
von kglout
@varus Einspruch !

siehe : http://www.aputzmann.de/include.php?pat ... s=0#post85


Bei der Riemenscheibe ist das Thermostat bei der Schwungscheibe die Druckregulierung !!

Ich habe z.B. den FullFliw Anschluss von CSP drin :

http://www.csp-shop.de/cgi-bin/cshop/fr ... ort=0&all=

und dieser sitzt bei der Riemenscheibe da ja bei full-flow ohne orig. kühler kein Thermostat benötigt wird (ist ja eh extern) !

Und an der Schwungscheibe kann ich mit original oder verstärkten Federn den Druck einstellen und auch hiermit :

http://www.csp-shop.de/cgi-bin/cshop/fr ... ort=0&all=

damit kann man die Vorspannung der Feder bestimmen am Schwungrad !

Kersten

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Di 11. Feb 2014, 22:38
von Varus
Ich sag nur diesen 1. Kolben direkt nach der Ölpumpe haben alle Pumpen in Motoren wo auch immer. Meist nur von der Druck zurück zur Saugseite, oft im Ölpumpengehäuse intregriert, was zur alleinigen Druckbegrenzung ja ausreicht. Nicht so wie beim Käfer der diesen Kolben auch als 'billigen Thermostat' benutzt. Dafür hat er ja auch 2 Abläufe und einen Zulauf.
Ich schreibe hier den Stand der Technik der schon vor 80 Jahren so war: zwangsfördende Pumpen müssen mit einem Druckregel-, Sicherheitsventil möglichst nahe an der Pumpe abgesichert sein. Sonst fliegt irgendwann mal eine Dichtung oder Schlauch weg oder das Gehäuse reißt.
Was andere schreiben...gut ok, ist ihre Meinung.
Belüftung???
Welche Bedeutung außer einer Abspritzbohrung zur Druckregelung sollte das denn sonst sein??
Der Kolben (er liegt zwischen vor-und letzter Stösselbohrung) verschließt keinen Weg, sondern liegt nur an der Ölbohrung an. Bei 2 bar ist die Federkraft überwunden, der Kolben hebt ab und der überschüssige Druck entweicht in die Ölwanne.
Sonst gebe es keine Regelung.
2.Kolben.JPG
2.Kolben.JPG (22.3 KiB) 8901 mal betrachtet
-
I

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Di 11. Feb 2014, 23:10
von B. Scheuert
Varus hat auch recht ! Der Regelkolben an der Riemenscheibe sorgt temperaturabhängig für den Zulauf zum Ölkühler. Kaltes Öl = hoher Öldruck = öl wird direkt zu den Lagern geleitet. Warmes Öl = Öldruck niedriger = Öl geht durch den Ölkühler und dann zu den Lagern. Wenn der Ölkühler nicht montiert wird und z.B. ein Thermostat ( oder ein Kurzschlußdeckel) auf den Ölkühlerflansch gesetzt wird, dann wird der hintere Regelkolben mit einer Zusatzfeder versehen, damit alles erst zum Ölkühler geht. Der Regelkolben an der Schwungscheibe reguliert dann (wie sonst auch schon) den Öldruck. Im kalten Zustand ist der Druck höher, weil das Öl dicker ist und daher nicht so schnell über die Lagerspalte abfließen kann, der Öldruckkolben ist dann meistens offen um den Öldruck nach oben zu begrenzen. Sobald das Öl wärmer wird, schließt er mehr, damit der Öldruck nicht unter das Mindestmaß absinkt. Zur Sicherstellung der Schmierung ist ein keingigantischer Öldruck erforderlich, es muss nur für einen konstanten, blasenfreien Nachschub gesorgt werden. Der dynamische Schmierkeil, der innerhalb der Gleitlager für die Schmierung und Ölverteilung sorgt, wird durch den Lagerhersteller konstruiert. Da sind andere Dinge gefragt, wie Rundlauf, Oberfläche, richtige Position und Anfertigung der Zulaufbohrung usw. Deshalb wird eine 30 oder 35mm Ölpumpe keinen Lagerschaden verhindern. Zudem belaste ich den Antrieb an der Nockenwelle stark und drücke die meiste Zeit den Regelkolben in die Offenposition. Der einzige Vorteil: mehr Fördermenge für den Ölkühler. Wenn aber die Leitungen oder Anschlußfittings im Durchlaß zu klein sind, dann ist das auch nutzlos. Ich bin daher mit den 26mm Pumpen immer problemlos gefahren. Das meiste wird aber auch bei diesen Pumpen über die mangelhafte Qualität verschenkt, da geht schon ein Teil der Fördermenge (und die ist wichtig, weilden Druck können sie alle! ) an dem Pumpendeckel, im Gehäuse oder den Wellenlagerungen flöten.
So, ich hoffe es klang jetzt nicht zu sehr nach Klugschei.. , aber wenn ich die Kataloge aufschlage und da immer lese verstärkt, höherer Öldruck etc. muss ich :crying-pink:

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Di 11. Feb 2014, 23:16
von Bugbear
Der Regelkolben an der Riemenscheibe, kann keinen Überdruck gezielt abbauen.
Dafür ist diese kleine Bohrung in den Sumpf viel zu tief. Sie kann deswegen vom Kolben niemals wirklich freigegeben werden.
Ich bin da ganz einer Meinung mit Martin, dass diese Bohrung lediglich dafür sorgt, dass nicht ungewollter weise hinter dem Kolben der gleiche Druck wie vor dem Kolben aufgebaut werden kann. Er würde sich dann nicht mehr bewegen. Die kleine Bohrung läßt also nur am Regelkolben vorbeigedrücktes Öl abfließen.

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Di 11. Feb 2014, 23:20
von Bugbear
Gute Erklärung, Bernd!
Danke!

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Di 11. Feb 2014, 23:22
von B. Scheuert
Danke ;)

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Di 11. Feb 2014, 23:28
von kglout
Bugbear hat geschrieben:Der Regelkolben an der Riemenscheibe, kann keinen Überdruck gezielt abbauen.
Dafür ist diese kleine Bohrung in den Sumpf viel zu tief. Sie kann deswegen vom Kolben niemals wirklich freigegeben werden.
Ich bin da ganz einer Meinung mit Martin, dass diese Bohrung lediglich dafür sorgt, dass nicht ungewollter weise hinter dem Kolben der gleiche Druck wie vor dem Kolben aufgebaut werden kann. Er würde sich dann nicht mehr bewegen. Die kleine Bohrung läßt also nur am Regelkolben vorbeigedrücktes Öl abfließen.

**zustimm** :up:

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Mi 12. Feb 2014, 09:53
von Varus
Stimmt, der große Regelkolben, den ja alle Käfermotoren seit 1936 haben, kann den Druck nicht wie der kleine 2. (von mir abgebildet) abbauen, dafür geht er nicht tief genug. Aber er hat nicht umsonst so grosse Spaltmaße. Der Kolben hat 16mm Durchmesser, die Bohrung unterhalb der Lagerzulaufes hat 16,5mm (Typ4 werte). Solange er in der 'Schwebe' ist, also unterhalb des direkten Weges zu den Lagern steht, fließt schon einiges an Öl vorbei, je tiefer er steht (hoher Druck) umso mehr.
Die kleine Bohrung reicht normal auch aus, denn Druck von Flüssigkeiten abzubauen ist schnell passiert, von Dämpfen und Gasen nicht.
Öldruckregelkolben im Detail 2.jpg
Öldruckregelkolben im Detail 2.jpg (95.79 KiB) 8858 mal betrachtet

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Mi 12. Feb 2014, 12:47
von B. Scheuert
@ Varus Schöne Bilder :up:

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Mi 12. Feb 2014, 18:05
von Varus
Ich wollte mal techn. Buntzeichner werden, aber den Beruf hatten die nur in s/w :lol:

Re: Hinteren Regelkolben weglassen?

Verfasst: Mi 12. Feb 2014, 18:36
von Red1600i
Bitte schaut euch mal die Position der Druckentlastungsbohrung bei Gehäusen mit einem oder zwei Regelkolben an.

Bei einem Gehäuse mit 2 Regelkolben sitzt sie extrem weit unten, den Kolben in die Endlage zu pressen gibt diesen Kanal nicht frei. Egal wie weit der Kolben durch den Druck runtergepresst würde, er wird nicht frei. Das Gehäuse würde somit glatt explodieren... wenn's nicht den zweiten Regelkolben gäbe. Somit dient diese Bohrung allein der Druckentlastung auf der Rückseite des Kolbens für die Entscheidung Ölkühler/Lager.

Bei Gehäusen mit nur einem Regelkolben sitzt diese Bohrung weiter oben und kann vom Kolben überfahren werden. Sie ist dann auch etwas größer. Somit hat der Kolben in diesen Gehäusen nicht zwei, sondern 3 Wege: Ölkühler - Lager - Ölwanne.

Ich habe kein Bild vom 1-Kolben Gehäuse, bin mir aber sicher, dass ich es richtig in Erinnerung habe. Es gibt dort einen Unterschied in der Höhe dieser Bohrung.